Goodbye Deutschland

Schweiz mit Abstecher Italien nach Deutschland

Am 09.06.2013 sind wir von den Philippinen, über Dubai, gut in Europa angekommen und in der Schweiz, Zürich, eingereist. Hier wollten wir meine Schwester Wiebke besuchen, leider war diese erkrankt und der Besuch war nicht möglich.

Wir haben eine Rundreise in die Alpen mit Mietwagen gemacht. Über den San Bernardino Pass, vorbei am Gletschersee, in den Tessin, Lago Maggiore, besucht. Wir sind bis nach Mailand gefahren, zurück am Lago Como entlang über den Splüngen Pass an rauschenden Gletscherbächen und durch Schneefelder, und über Zürich mit dem Zug nach Soltau bei Hannover. Von dort sind wir von Frank zur Blue Pearl nach Fehmarn gefahren worden. Dort haben wir eine Woche lang das Schiff Seefertig gemacht. Drei frische Unterwasseranstriche aufgebracht, Heiko hat einige Kabel verlegt und einen 1200 W, 12V auf 220V Inverter eingebaut, und zu Wasser gelassen.

Fehmarn nach Wismar

Nach dem zu Wasser lassen in Burg Staaken und einer Nacht im Hafen sind wir mit Steffi in die Wismarbucht gefahren. Nesa gings dabei nicht so gut weil sie keine Segelerfahrung hatte und die See doch recht ruppig mit der kurzen Ostseewelle war. Im Wismar Hafen ist Steffi von Bord gegangen und wir sind in der Bucht vor Hohenwieschendorf vor Anker gelegen. Von Wismar sind wir zu einem Kurztörn entlang der Ostdeutschen Küste gefahren. Unser Ziel Warnemünde konnten wir leider nicht erreichen, weil der Wind eingeschlafen ist und nach langem Warten vor XXXX sind wir nach Kühlungsborn gefahren. Leider mussten wir am nächsten Tag zurück weil Michael wieder zur Arbeit in Wismar musste.

Dänemark, Nord Ostsee Kanal, Glückstadt

Weiter haben wir einen Törn durch den großen Belt vor Langelands Ostküste hinauf, vor Anker vor Spodsbjerg, einer Nacht in XXXX im Hafen, unter der Störebeltbrücke hindurch ans Kattegat bis Samsö Dänemark unternommen und Fynen umrundet und durch den kleinen Belt wieder nach Kiel zurück. Nach einigen Ferientagen in der Eckernförder Bucht, mit unserem Freund Frank und Familie, sind wir von Kiel Holtenau nach Brunsbüttel an der Unterelbe durch den Nord Ostsee Kanal gefahren.

Als wir aus dem NOK heraus in die Elbe kamen, empfing uns die berühmte Unterelbe Hackwelle. Wir sind dann die Elbe hinauf bis Glückstadt gefahren und dort durch das Lock in den Innenhafen. Einige Tage haben wir in Glückstadt zugebracht und sämtliche Batterien erneuert. Dazu haben wir noch einen weiteren Lawrece Kartenplotter im Cockpit installiert, der Navionics Kartenmodule liest. Auch haben wir Heiko besucht, der dort wohnt und uns in den Vorbereitungen unterstützt hat.

Bevor wir über:

– Cuxhaven,

– Borkum,

– einer Nacht vor Anker vor Terschelling,

– Den Helder,

– Scheveningen,

– Imuiden,

– Zeebrügge

– bis nach Calais gelangt sind.

Von Calais aus haben wir einen Abstecher mit der Bahn nach Paris Montmartre gemacht und es sehr genossen.

Hier in Calais warten wir nun auf die richtige Tide und besseres Wetter um nach Dover überzufahren und die englische Südküste hinunter nach Plymouth zu gelangen. Das ist unser letzter Hafen im Norden bevor wir die Biskaya nach Spanien überqueren.

 

Es ist auch einigermaßen kalt dafür dass August ist… wenigstens war es in Paris warm wenn auch nicht heiß.

Dover bis Plymouth

Dover

Nach unserer, zum Glück ruhigen Kanalüberfahrt, von Calais nach Dover unter vollen Segeln,

haben wir Dover Habour Control, kurz vor der westlichen Hafeneinfahrt über VHF vorschriftsmäßig angerufen und die Erlaubnis bekommen einzulaufen. Im Almanach war beschrieben dass man auch im Hafen ankern dürfte. Auch dazu bekamen wir die Erlaubnis. Wir wollten am nächsten Morgen sowieso wieder früh auslaufen und da Dover nach meinen letzten Erfahrungen nichts weiter als ein Fährterminal ist lohnte sich sowieso kein Landgang. Die Nacht war etwas schauklig weil die Fähren das Hafenwasser je nach Tide ganz schön umrühren. Um Mitternacht wollte ich noch etwas Kette strecken weil der Tidenhub doch ganz schön hoch war. Nur leider bewegte sich die Ankerwinsch weder auf noch ab… lediglich das Relais klickte. Ich nahm deswegen die Elektrischen Anschlüsse unter die Lupe und entdeckte zwei lose Hauptleitungen an der Winsch, bei denen die Pressung von Beneteau, nicht richtig ausgeführt wurde, allerdings bewegte sich die Winsch nach der Reparatur trotzdem nicht. Spannung hatte sie, also ein mechanischer Defekt. Ich streckte deswegen per Hand kette, aufholen ohne elektrische Winsch dürfte aber lange und hart werden. Am nächsten Morgen um sechs begann ich die Winsch zu zerlegen. Ich bemerkte, dass die Versiegelung gegen Wasser an dieser exponierten Stelle im Bug nicht mehr vollständig vorhanden war. Es war Wasser eingedrungen und das Gehäuse hatte angefangen zu korrodieren und da wir die Winsch in den letzten Jahren so gut wie nie benutzt hatten, hatte sie auch nie eine Wartung erfahren.

Der Motor hatte etwas Korrosion aber nach Ausbau drehte er sich. An die Mechanik war nicht heranzukommen und die Beschreibung gab nicht viel her. Die vorhandene Explosionszeichnung war ohne Beschriftung. Also wieder zusammen bauen…. Und die Winsch arbeitet wieder! 0800 Uhr Anker auf und weiter.

Im Internet habe ich nur gefunden dass der Hersteller seit 2006 keine Winschen mehr produziert und Europas größter Hersteller für E-Motoren ist. Bei Anfragen anderer Eigner zeigte man sich wenig hilfsbereit. Meine Vermutung ist, dass doch irgendwo eine Bremse in der Winsch ist, die man lösen kann, um die Kette per Hand zu legen. Diese scheint festgerostet zu sein und die Winsch zu blockieren. Vorerst habe ich die Winsch mit WD 40 eingesprüht und wenn sie wieder blockierte war es mit leichtem Geruckel an der vermuteten Bremse wieder einsatzbereit. Ohne Abzieher komme ich an die vermutete Bremse nicht heran.

Brighton

Haben wir besucht aber sind gleich wieder mit der Tiede am nächsten Tag Richtung west ausgelaufen. Wir haben nur etwas Proviant im Supermarkt am Hafen gekauft. Im Hafen haben wir die Nils Randers von Mike wiedergetroffen die schon in Zeebrügge neben uns gelegen hatte.

Selsey Bill

Gegen Abend setzte die Tiede derartig kräftig gegen uns, dass wir nicht mehr gegen ankommen konnten. Unser Ziel Portsmouth haben wir daraufhin aufgegeben und sind in den Solent gleich westlich von Selsey Bill vor Anker gegangen. Es war ruhiges Wetter angesagt so dass wir auch ohne eine geschützte Bucht Ankern konnten.

Yarmouth

Am nächsten Morgen hatten wir herrliches Wetter und sind bei sehr schwachem Gegenwind bis vor Cows den Solent hochmotort. Vor Cows bzw. der Isla of Wight war dann endlich der richtige Wind um die Segel zu setzen und wir konnten mit der Tiede bis Yarmouth hinunter segeln. Das Problem war nur in den Hafen zukommen. Der Strom vor der Hafeneinfahrt war sehr beachtlich und mit etwas Geschick sind wir hinein. In der Einfahrt empfangen einen gleich mehrere Schlauchboote die die Yachten wegen der starken Stömungen an ihren Liegeplatz bugsieren. Yarmouth ist ein schöner malerischer Ort, einen Besuch wert.

Yar river at lowtide

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag sind wir durch den Needleschanel, bei sehr diesigem Wetter

nach Pooleharbour an der Juraküste gefahren.

 

Needles passage from Solent into English Channel

 

Pooleharbour

Beim Einlaufen sollte man die Tiede berücksichtigen, tut man dies nicht, so wie wir, kommt einem ein sehr starker Tiedenstrom mit erheblichen Stromschnellen entgegen. Eine kleinere Yacht kann da schon in Schwierigkeiten kommen. Poole River ist ein ausgedehntes und sehr verzweigtes Gebiet um Brownsea Island und Castle. Eine unzählige Menge Yachten und Mooringtonnen liegen hier. Jeder Platz der irgendwie von Wasser umspült wir ist hier für den Yachtsport genutzt. Entsprechend teuer sind hier die Preise. Weite Teile dieses Gebietes fallen bei Ebbe trocken. Wir versuchten hier eine Mooringtonne zu finden, die erreichbar und auch bei Niedrigwasser noch etwas unter unserem Kiel bot, was uns aber nicht glückte. Also legten wir in Poole am Stadtkai, ohne Strom und Wasser, an um den happigen Marinapreisen in Poole zu entgehen. Das Pilot Book merkt dazu an: „Der Yachteigner mag aufgrund der hohen Preise dort einen starken Wind in seiner Börse fühlen“. Poole war aber eine Besuch wert und bot an jeder Ecke Chips & Fish und Pubs. Nesa löste in einem Porzellan Laden ein „Lawine“ aufgrund eine „glitschigen“ Untersetzers aus. Die Engländer übten sich aber trotz erheblichen Lärms der rutschenden und fallenden Lampen und Vasen usw. in britischer Zurückhaltung und sagten nichts. Ich erhielt noch einen frischen Haarschnitt beim Friseur für 8 Pfund. Der letzte war schon einige Monate her und mal sehen wann wir auf unserem Törn wieder einen Frisör treffen . Vor dem Auslaufen mussten wir noch Diesel bunkern, dabei hatten wir Glück und bekamen den roten, steuerlich reduzierten, Diesel für 99 Pence statt 1,5 Pfund pro Liter. Dazu mussten wir lediglich ein Formular ausfüllen, weil wir ja manchmal Chartergäste an Bord haben. Wichtig ist hier die Quittung aufbewahren aus der „roter Diesel“ hervorgeht weil im übrigen Europa insbesondere Deutschland kommt man sonst in Schwierigkeiten mit dem Zoll.

Dartmouth

Von Poole Harbour aus hatten wir den bisher besten Segeltag auf dem ganzen Törn, diesmal Richtung Plymouth. Wir hatten unterwegs VHF Funkkontakt zu “Paying around” die englische Yacht neben uns in Poole Harbour. Als es dunkel wurde und die Tide wieder gegen uns setzte sind wir denen nach Dartmouth gefolgt. Dort sollte Ende der Woche die jährliche Regatta stattfinden und viele Yachten waren auf dem Weg dorthin. Wir hatten eine phantastische Rauschefahrt mit 8 – 10 kn die ganze Strecke und super Wetter. Dort sind wir um 2200 Uhr eingelaufen Auch das Einlaufen war super schön! Nur gibt es vom Einlaufen keine Fotos weil es war stockdunkel. Erst am nächsten Morgen haben wir gesehen warum dort so viele Kardinaltonnen in der Nacht vor diesen spitzen Klippen blinken. Dartmouth ist wirklich das Einlaufen wert, tolle Landschaft und tolle Stadt. Toll! Wir sind dann gleich beim Anlegen von einem Engländer angesprochen worden und auf seine 17m Motoryacht eingeladen worden wo es dann noch 0100 wurde bis wir schlafen gegangen sind. Wir hatten verbotener weise am Wassertaxipontoon festgemacht weil die Gastpontons von vielen kleinen Yachten im Päckchen belegt waren. Aber vor 0800 morgens operiert das Wassertaxi sowieso nicht. An den Gast Pontons konnten wir die Blue Pearl nicht festmachen ohne die Eigner zu ängstigen erdrückt zu werden. Morgens um 0710 sind wir wieder aufgestanden und bei bestem Wetter ausgelaufen. Wir hatten eine tolle Fahrt nach Plymouth.

 

 

 

 

 

Plymouth

Hier haben wir noch einige Seekarten Karibik erworben und den bestellten Batteriecharger bekommen. Dort sind wir bis Di 27.08.13 Abend 1700 geblieben, haben noch etwas mit anderen Yachten gesprochen die auch über die Biscaya wollten. Dies war sehr gut weil es uns Mut gemacht hat und kennenlernen anderer Segler ist auch schön. Wir sind dann Abends 1700 Kurs Lizard Point ausgelaufen.

Vor Lizard Point, war es inzwischen dunkel geworden, dort bewährte sich unser neu installierter AIS Empfänger von NASA Marine. In dieser Nacht näherte sich uns ein Frachter mit stehender Peilung, als er sich dicht genähert hatte und keine Anstalten machte uns, unter segeln, auszuweichen konnten wir ihn, „Priwall“ über VHF anrufen. Der AIS Empfänger zeigt Distanz, Kurs, Geschwindigkeit, MMSI, evtl. falls gesendet Schiffsnamen an. Auf Wunsch ist ein Alarm aktivier bar falls sich ein AIS Schiff nähert. Der Offizier auf der Brücke von „Priwall“ bestätigte uns, dass er uns weder visuell noch auf seinem Radar gesichtet habe. Wir leuchteten daraufhin mit dem Suchscheinwerfer unsere Segel an und ließen uns bestätigen, dass er uns jetzt sichtet. Er wich dann entsprechend aus. Der AIS Empfänger arbeitet mit einer einfachen Auto Scheibenantenne neben dem Navisitz und zeigt alle Schiffe in bis zu 16 sm Entfernung an, dadurch hielt sich der Installationsaufwand stark in Grenzen und der Empfänger arbeitet als redundantes System unabhängig vom Kartenplotter. Die Wache muss aber trotzdem Ausguck gehen weil nicht alle Schiffe (Fischer, Yachten usw. ein AIS Signal senden. Zum Anrufen der Berufsschiffahrt ist er aber gut weil, ohne Namen oder AIS melden sie sich meist nicht auf einen Anruf hin.

Biscaya

Vor Lizard Point hatten wir etwas mit der Grossschiffahrt Richtung Mittelmeer und USA zu tun bis wir da durch waren. Von dort aus sind wir Kurs SW gelaufen bis über 8 Grad W hinaus, möglichst immer westlich vom Hauptverkehrsgebiet Richtung Mittelmeer. Dadurch hatten wir nur wenige Sichtungen anderer Schiffe. Solange wir über dem Festlandschelf waren hatten wir unglaublich viele Dephine um unsere Blue Pearl spielen und jagen, ein schöner Anblick.
In der Mitte der Biscaya hatte uns dann ein Schwachwindgebiet erwischt, so dass wir eine Zeit Motoren mussten.
Aber ist ja auch kein Wunder, wir hatten ja extra eine ruhige Wetterlage abgepasst um ungeschoren über die Biscaya zu kommen.
Unterwegs hatten wir HF Funkkontakt zu deutschen Amateurfunkern die uns mit frischen Wetterberichten versorgten. Unser NAVTEX funktionierte aber auch gut und wir empfingen ebenfalls Wetterberichte aus Frankreich (französich) und Spanien (englisch).
Südlich im Gebiet Panzenn und Gebiet Finisterre hatten wir dann endlich wieder frischen Wind bis über 30 kn downwind und später halbwind und sind mit vollen Segeln nach La Corunja gesegelt. Über dem Festlandschelf wurde die See etwas unruhig aber für die Blue Pearl kein Problem.
Am Freitagabend 30.08.13 haben wir vor dem dunkelwerden das Hauptverkehrsgebiet nach Osten überquert um Nachts nicht mit den Grossen hantieren zu müssen. Hier fächert sich der Verkehr Richtung und aus dem Mittelmeer auf mindesten 40 sm breite auf, man fährt also als Segler eine Weile bis man das überquert hat.
ca. 80 sm vor La Corunja hatten wir allerdings 2 mal Waalsichtungen. Einmal ein Tier das uns entgegen schwamm und später drei Tiere. Die zweiten sahen noch größer aus und der Blass war enorm hoch. Als es dann dunkel wurde, (und diese Nacht war exterm dunkel!) hatten wir immer mal Angst einen schlafenden Waal zu erwischen. Die haben ja keine Positionslichter 🙂 In dieser dunklen Nacht konnten wir auch die Wellen über dem Festlandschelf, wo das Seabed von über 4000 Meter tiefe auf 300 Meter ansteigt, nicht sehen. nur fühlen….

Am Samstagmittag 1230 31.08.13 haben wir in La Coruna festgemacht.
Unsere Logge zeigte seit Poole Harbour 642,01 nm an.
Na, nun sind wir stolz wie Oskar 🙂 und wissen dass wir auch lange Strecken zu zweit segeln können, es stellt sich dann ein Bordleben zwischen ruhen und wachen ein.

Am Nachmittag und Sa Abend haben wir dann das spanische Nachtleben in La Coruna genossen und uns einen Restaurantbesuch gegönnt.

 

Von La Coruna bis Ria de Muros ( Rias altas Galicien )

Wenn man von der Südwestspitze Englands direkt Kurs Spaniens Nordwestspitze über die Biscaya segelt bietet sich La Coruna als erster Hafen in Spanien an. Um auf diesem Wege die Biskaya zu überqueren wartet man in Plymouth oder Falmouth in England ein Wetterfenster ab, dass einem für 5 Tage ruhiges Wetter auf der Bisacaya verspricht, im Zweifelsfall des MET office konsultieren und sich ein professionelle Beratung einholen. Im Internet bietet sich z.B. passageweather.com an um sich selbst ein Bild zu machen. Um Lizard Point herum muss man sich nochmal mit der Grossschiffahrt auseinander setzen, die sich dort aufteilt Richtung Mittelmeer und Richtung USA. Am günstigsten hält man sich danach deutlich westlich der Verbindungslinie engl. Kanal und dem Verkehrstrennungsgebiet vor Cabo Finisterre auf SW – lichem Kurs bis 8 oder 9 Grad west. Somit kann man versuchen weniger Kontakt zu Grosschiffen zu haben und eine ruhigere Überfahrt zu erlangen. Über dem Festlandsschelf muss man aber nochmal verstärkt mit Fischern rechnen. Nähert man sich Spanien muss man das Verkehrsgebiet kreuzen, vorzugsweise bei Tageslicht, um dann in das Inshore Trafik Gebiet zu gelangen. Damit hat man dann wiederum Ruhe vor Zuviel Grossschiffahrt.

La Coruna liegt an der NW Spitze Spaniens in einer ca. 3,5 sm tiefen Bucht die hier Ria´s heißten. Diese Buchten / Flussmündungen sind von höheren bergen bis 700 m umgeben und bieten meist guten Schutz gegen die Atlantischen Winde. Je nach Windrichtung kann man sich auf die eine oder andere Seite der Bucht legen. Aber Achtung! einige Rias werden bei ungünstigen Windrichtungen nicht an steuerbar oder das Auslaufen ist dann nicht möglich wegen des Schwells. Weiter ist hier in Spanien nicht mehr jede Untiefe kenntlich gemacht, geschweige denn betonnt. Viele Untiefen und Felsen die je nach Tiede aus dem Wasser ragen oder nur wenig überspült werden, sind überhaupt nicht Visuell kenntlich gemacht. Immer Ausguck nach brechenden Seen halten und mit Pilotbook ( empfehlen kann ich die Pilot Bücher des Royal Cruising Club, RCC von Imray) und Seekarte sorgfälltig navigieren. Es sind auch in den Hafeneinfahrten nur sehr wenige Tonnen ausgelegt, manchmal auch nur Fender, die man auch mit Mooringtonnen verwechseln könnte, darunter befinden sich dann aber Klippen. Ich halte auch den Reeds Almanach für wichtig, er gibt Auskunft über fast alles was auf diesem Törn in Europa wichtig ist und enthält weiter Hafenführer für fast alle Häfen von Skagen bis Gibraltar. Es ist auch mit Abweichungen zwischen Seekarte – GPS – und Realität zu rechnen. Beim Landfall und Annäherung an Untiefen dichter als 3 sm bitte unbedingt auch die Terrestrische Navigation nutzen! Nicht auf das GPS verlassen.

Der Wind wird beim Einlaufen, in die Ria von La Coruna, schon spürbar abgemildert, es steht aber noch kräftig Schwell vom Atlantik in der Bucht, der erst hinter dem Wellenbrecher aufhört. Hier liegen dann auch die Hafenbecken und Marinas. Das Wetter ist schon milder aber es weht ein steter Wind vom Atlantik der auch mal sehr kalt sein kann. Zwischen den Häusern spürt man das aber kaum noch und die Jacke kann wieder ausgezogen werden.

La Coruna ist eine große Stadt mit allem was man so in einer spanischen Stadt erwartet, große Plaza, Bankenviertel, Hotels, Einkaufsstraßen, Tapas Bars, Restaurants, Eisdielen usw. Die Neubaubezirke sind nicht besonders schön und in der Altstadt ist jedes 2. Haus zu vermieten oder zu verkaufen. Trotzdem hat uns der Aufenthalt in La Coruna sehr gefallen. Die Altstadt hat enge Straßen und die Spanier haben einen Sinn fürs Nachtleben, besonders freitags und samstags aber auch an allen anderen Wochentagen öffnen die Restaurants abends erst zwischen 2000 und 2100 Uhr. Pulpo – Oktopus ist die Speise Galiciens und wird fast überall serviert dazu ist Spanischer Wein oder Estrella Bier richtig. Es lohnt sich übrigens nicht Wein aus Nordeuropa mit nach Spanien zu bringen, hier gibt es jede Menge guter Weine zu sehr sehr günstigen Preisen. Weinvorräte aber besser weiter südlich in den Rias auffüllen, dort ist es günstiger als in la Coruna. Zu empfehlen ist auch die Markthalle mit frischen Angeboten, Fisch, Muscheln, Fleisch, Chorizo, Gemüse, Obst und Broten aus dem Holzofen, hier kann man sich auch gemütlich in einen Bäckerstand setzen und bei Kaffee und Kuchen Frühstücken.

Aufgrund der Westlichen Lage von Galicien und des spanischen Gemüts muss man sich an neue Zeiten gewöhnen, von 1400 bis 1600 ist fast alles geschlossen, Siesta! Galicien liegt weit im Westen hat aber die Europäische Zeitzone, morgens wird es erst spät hell, jetzt im September dämmert es um 0800 Uhr, und um 1000 würde ich sagen ist das Licht wie Morgens um 0800. Siesta ist hier von 1400 bis 1600 oder auch gerne mal bis 1800. Alles findet daher mit einer „Zeitverschiebung“ später statt also auch das Abendliche Ausgehen in die gutbesuchten Tapas Bars. Preislich ist La Coruna etwas höher als die ländlicheren Rias weiter im Süden.

In La Coruna haben wir dann unsere schwedischen Freunde von der „Albatross“ die wir in Plymouth kennen gelernt hatten, wieder getroffen, als diese zwei Tage nach uns eingetroffen sind. Wir hatten dann einen spontanen Barbecue Abend auf der „Blue Pearl“ und am nächsten Abend einen Zug in die Altstadt zur Tapasbar.

 

 

 

 

 

 

Nach einigen Tagen Stadtleben sind wir in die Rias de Corme y Laxe eingelaufen und haben im Hafen von Corme geankert. In Corme sahen wir zum ersten Mal die „Viveros“, das sind schwimmende Flöße die verankert sind und auf bzw. an denen Muscheln gezüchtet werden. Corme ist ein Fischerort, nicht besonders schön aber auch nicht extrem hässlich. Es gibt einige kleinere Geschäfte, eine Bäckerei und einen Fleischer (Carniceria) aber das war es auch schon. Dazu gibt’s eine Kirche die zur vollen Stunde Ave Maria spielt, einige einsame Strände und Ruhe…

Leider hatten wir in der dritten Nacht um 0320 „Besucher“ an Deck, ein kleines Ruderboot mit drei jugendlichen hatte uns geentert. Als wir aufwachten und als „ola“ riefen sind diese schnell wieder in ihr Boot gesprungen und haben sich versteckt. Um sie zu verschrecken haben wir dann noch einige Fotos mit Blitz in die Dunkelheit geschossen… Ein zweites Boot kam aus der Richtung wo die schwedische Yacht „Fria“ ankerte mit denen wir am Abend zuvor gesprochen hatten. Leider konnten wir dann nicht mehr so ruhig zu Ende schlafen. „Fria“ hatte keine „Besucher“ in der Nacht bemerkt. Am nächsten Mittag sind wir dann zur Ria de Camarinas ausgelaufen und haben Corme gerne hinter uns gelassen.

Der Atlantik zeigte sich von seiner ehr Ruhigen Seite auf unserer Fahrt nach Camarinas so dass wir, mangels Wind, motoren mussten. War aber nicht weit und wir haben uns in einer Bucht vor Anker gelegt, neben uns die Niederländische Yacht „Sirena“ und noch einige andere Yachten. „Fria“ lag schon in der marina camarinas in die wir morgens auch verholten um mal wieder alles aufzuladen und Wasser aufzufüllen. Außerdem sparten wir uns dadurch die Dinghy fahrt. Camarinas ist ein etwas größerer Fischerort und auch für Touristen aufbereitet. Hier waren gleich drei größere Supermärkte und ein Wochenmarkt gut zu erreichen. Der Wind hatte nun kräftig zugenommen und wir warteten wie einige andere Yachten auf das Abflauen um im nächsten Törn cabo Finisterre zu runden.

Endlich habe ich es hinbekommen, dass wir GRIB Wetterfaxe per Kurzwelle (Software JVComm32) an jedem Punkt der Erde über unser PACTOR Modem auf dem Computer empfangen können und dass wir emails per Kurzwelle mit der Software Airmail von überall versenden können. Die Qualität der Wetterfaxe ist abhängig von der Empfangssituation und leicht „verrauscht“, aber in der Regel ist es gut erkennbar. Zur Zeit empfange ich Northwood Radio aus GB, dort wird fast ununterbrochen für den Nordatlantik gesendet. Ich denke auf offener See ist der Empfang besser, ich werde nach unserem nächsten längeren Schlag darüber berichten. Wer kein Kurzwellen Funkgerät und PACTOR Modem hat kann auch Wetterfaxe auf See empfangen, dazu ist lediglich ein besserer Kurzwellenempfänger mit SSB und ein MONO Audiokabel zum Laptop (mit JVComm32 Demoversion) nötig.

Weiter haben wir uns für die „Atlantic Oyssey“ angemeldet, einer Konkurrenz Veranstaltung zur ARC die inzwischen sowohl teuer (2500,- € Startgeld) und kommerziell geworden ist, die Atlantic odyssey wird vom ARC Gründer Jimmy Cornell durchgeführt und erhebt ein Startgeld von 500,-€ bzw. gratis mit Crew unter 16 Jahren an Bord. Sie startet in Lanzarote und endet in Martinique. Dazu bekommt man eine Woche freien Liegeplatz in der Marina in Lanzarote, eine Woche in Martinique und einen freien houlout in Lanzarote.

Nach zwei Hafentagen und einer weiteren Nacht vor Anker sind wir gestartet und sind mit frischem Wind um 20 bis 30 kn downwind um Finisterre gesegelt. Leider war dann, wie so oft hinter Finisterre, durch den Capeffekt, Schluss mit Wind und wir mußten die letzten Meilen bis Ria de Muros motoren, neben uns lief Sirena.

Muros

ist ein ausgesprochen hübscher alter Ort mit engen Gassen und Arkadengängen. Diese Ria ist deutlich lieblicher als die nördlich von Cabo Finisterre gelegenen Ria´s. Die Hügel sind sanfter, der Wind ist weniger kalt und das Bild der Dörfer ist mediterraner. Im Hinterland erstrecken sich jetzt Weinberge. Hier liegen wir jetzt 14.09.13, vor Anker und fahren mit dem Dingi in die Stadt. Jeden Morgen beim Frühstück im Cockpit kann man den Blick auf die Bucht und die umliegenden Berge wieder genießen. Einkaufen ist hier deutlich günstiger, besonders Lebensmittel und Fleisch ( T-Bonesteak beim Schlachter für 9,00 € per Kilo) Lecker! Es gibt auch eine gut ausgestattete Ferreteria (Haushaltswaren & Eisenwarenhandel) und wir haben einige Teile bekommen um den Geräteträger besser und schöner zu fixieren.

Inzwischen haben wir einen Rhythmus gefunden um unsere Batterien geladen zu halten. Da wir noch nicht alle Solarzellen installiert haben lassen wir jeden Abend den Generator, mit dem 50 A Sterling Ladegerät, ein bis zwei Stunden laufen und haben keine Probleme obwohl der Gefrierschrank und der Kühlschrank immer laufen. Es gibt sogar Eiswürfel an Bord mit einer Spur von Luxus. Außerdem eignet sich die Generatorzeit um einen Filmeabend von der Festplatte zu genießen . Nebenbei produziert der Generator so viel Strom dass der Heißwasserboiler heiß ist (Dusche + Abwasch), alle Akkugeräte geladen sind und evtl. an kühlen Abenden der Heizlüfter laufen kann. Wir haben jetzt zwei 220 V Ladegeräte installiert, das alte 40 A Gerät für Motor und Bugstrahlruder, das neue Sterling 50 A Gerät für die Bordbatterien. Dazu haben wir an der Hauptmaschine zwei Lichtmaschinen ebenfalls mit Sterling Hochleistungsreglern, mit Ladeleistungen von 55 A für Motor und Bugstrahler und 110 A für die Bordbatterien. Durch die hohen Ladeleistungen können wir auch mit kurzen Motor bzw. Generatorlaufzeiten die Batteriebänke laden. Zusammen haben alle Batterien ca. 850 AH, praktisch sollte man aber nie mehr als 1/3 bis ½ der Batteriekapazität entnehmen. Auch mit ausgefeilter Batterieüberwachung gelingt es uns nicht die noch vorhandene Kapazität genau zu ermitteln. Dafür scheint sich immer noch der gute alte Säureheber, zur Bestimmung der Säuredichte, am besten und genauesten zu eignen. Leider ist das etwas unpraktisch weil man sich Zugang zu den gut verstauten Batterien schaffen muss. Allerdings ist dies sowieso erforderlich, da bei der hohen Ladeleistung erforderlichenfalls destilliertes Wasser in den Batterien nachgefüllt werden muss. Wir haben nur „offene“ Bleisäurebatterien an Bord weil nur diese „so schnell ladefähig“ sind und Wasser nachgefüllt werden kann. Auch sollte man außer für die Motorstarterbatterie nur Traktionsbatterien verwenden weil Starterbatterien nicht so tief entladen werden dürfen (Zyklenfestigkeit).

Ria de Arosa

Die größte der spanischen Rias, ist zugepflastert mit Viveros, den Muschelflößen. Nach einer Nacht vor Anker sind wir nach Villagarcia in die Marina gefahren. Hier ist ein guter Ort um alles was in den kleineren Orten nicht erhältlich zu besorgen. Dafür ist die Stadt nicht besonders schön. Hier haben wir unseren Tagesausflug nach Santiago de Compostella per Bahn Unternommen.

Santiago de Compostella Oldtimertreffen in Santiago

In Villagarcia habe ich endlich das passende Schiffssperrholz für die Solarzellen aus China bekommen und die Marina genutzt um ein Solarpanel herzustellen.

In Villagarcia haben wir auch endlich unseren Schiffsstempel bekommen. Den benötigen wir für alle offiziellen Vorgänge wie ein~ und Ausklarieren. Damit unsere Schiffsdokumente offizieller aussehen. Soll wohl in einigen Ländern besser sein…

Das Wetter ist jetzt umgeschlagen und wir haben den ersten Tag mit richtig unschönem Wetter aber immer noch 21 Grad.

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